Brücken und Stege

Juli 23, 2018 0 Von Guido Fuchs

So viele Brücken wie Hamburg hat Hildesheim natürlich nicht, auch nicht so schöne wie Venedig – obwohl es hier ja eine „Kleine Venedig“ gibt.  Und tatsächlich führt auch, von der Dammstraße weg, die „Brücke an der kleinen Venedig“, über den Mühlengraben.

Nur wenige Schritte weiter befindet sich eine der ältesten Brücken der Stadt, die Johannisbrücke. Sie war allerdings zunächst keine Brücke sondern ein Teil der spätmittelalterlichen Befestigungsanlage. Nach der Schleifung der Bastionen wurde das Gewölbe über der Innerste zusammen mit der Stadtziegelei als Fundament des Trockenhauses verwendet. Und als auch die Ziegelei abgebrochen wurde, wurde das spätmittelalterliche Gewölbe in den Bau einer Brücke einbezogen.

 

Wenn man sie, von der Johannisstraße her kommend, überquert, sieht man die Skulptur des Diplomaten, Heerführers und Kanzler des Reiches unter Karl dem Großen: Rainald von Dassel, der die  die erste steinerne Brücke über die Innerste sowie das Johannishospital erbaute.

Das Quartier zwischen den Gräben (Mühlengraben) und der Innerste am Rande der historischen Altstadt wird „Insel“ genannt („Insel Venedig“). Sie ist mit mehreren Brücken und Stegen mit dem „Festland“ verbunden. Im Osten schließt sich ihr der Ernst-Ehrlicher-Park an, benannt nach einem früheren Oberbürgermeister, ursprünglich ein Teil des Klostergartens des Godehardiklosters. Auch im Ehrlicherpark, wie er gennant wird, gibt es eine schöne Brücke, ein kleines „Blaues Wunder“ über den See.

Recht romantisch ist in der Nähe der Godehardikirche auch eine kleine Brücke hinüber in den Ehrlicherpark, die aber vor allem im Winter einen düsteren Eindruck macht. Ein Glück, dass ein „Angler“ hier seinen Platz hat und die Gegend rund um das Gefängnis im Auge behält …

Geht man von hier die Lucienvörderstraße hinunter, kommt man zur Brücke hinüber zum Jo-Bad, dem Freibad Hildesheims. Die erste Badeanstalt befand sich früher aber weiter oben an der Hohnsenbrücke. Während auf dieser heute zu manchen Stunden der Verkehr rauscht, geht es unter ihr ruhiger und beschaulicher zu.

Geht man von der Johannisbrücke in die andere Richtung, kommen man ebenfalls an etlichen Brücken und Stegen vorbei, der dicht befahrenen Dammtorbrücke und den diversen Stegen beim Restaurant „Die Insel“.

Bei Verliebten offensichtlich anfanghaft populär … Und apropos: Auch im „Liebesgrund“ befindet sich eine kleine schöne Brücke, die im Volksmund früher als „Schwungseil“ bezeichnet wurde und die Schützenallee (B1) mit dem Hagentorwall verbindet. Vor allem die Schüler des Andreanums wissen sie zu schätzen.

Eine wichtige Brücke für den Verkehr war und ist auch die Fünf-Bogen-Brücke, die weiter nördlich bei Himmelsthür Kupferstrang und Innerste überspannt und dem Nord-Ost-Bahnverkehr dient. Durch die Bögen hindurch geht der Blick zurück über die Schützenallee (B1) bis zum Moritzberg und der Mauritiuskirche.